Ein Interview mit meinen Eltern zu meinem Vornamen

Namenstag Julia

Der 16. September ist nicht nur der Geburtstag von Nick Jonas (kreisch!), sondern auch mein Namenstag. Ich habe mich in den letzten 31 Jahren mit „Julia“ angefreundet und bin inzwischen glücklich diesen Namen zu. Er ist weder zu altbacken, noch zu hip; nicht zu lang, nicht zu kurz; und jeder weiß, wie der Name geschrieben wird (was hilfreich ist, wenn man schon einen schwierigen Nachnamen hat).

Zur Feier des Tages habe ich meine Eltern zu meinem Namen interviewt. Und weil ich meine Eltern schon eine Weile kenne und wusste, dass sie unterschiedliche Antworten geben würden, habe ich sie separat voneinander befragt.


Warum habt ihr mich „Julia“ genannt?

Meine Mutter (M): Wir haben lange überlegt, dann haben wir mit deinem Onkel gesprochen und der hat uns auf die Idee gebracht. „Julia ist doch ein schöner Name“. Und dann haben wir gesagt: „Okay, ja. Julia!“.

Mein Vater (V): Das war deine Tante. Die hat gesagt: „Julia ist ein schöner Name“. Und weil das ein „Kind der Liebe“ ist. So wie in Italien. In Verona war das doch, oder? Dann haben wir uns gesagt: „Stimmt eigentlich. Julia ist ein schöner Name!“

Tante, Onkel – zumindest die Story ist die gleiche.

Weißt du, was der Name „Julia“ bedeutet?

M: [flüstert] Ich hab‘ schon mal nachgeschaut. [in normaler Lautstärke] Die Göttliche, oder so? Ich weiß es nicht mehr … Ah! Wenn man ein Kind Julia nennt, dann ist das ein „Kind der Liebe“!

V: Was der bedeutet? Julia ist die klassische Liebesbeziehung. Der Romeo ist der Andere dabei.

Im Grunde die gleiche Antwort, oder? Nur einer drückt es seltsam aus.

Wortwörtlich bedeutet es „aus dem Geschlecht der Julier“. Die abstraktere Bedeutungen sind: „die Fröhliche“, „die Göttliche“, „die Glänzende“ und „die Jugendliche“. Findest du, dass das zu mir passt?

M: Jugendlich – ja. Göttlich – nein. Fröhlich – manchmal. Glänzend – auch ab und zu.

V: Jaaa. Stimmt alles.

Man merkt: Mein Vater mag mich lieber als meine Mutter.

Würdest du mich immer noch Julia nennen?

M: Nein, Lilli! [lacht] Weil Lilli ein schöner Name ist. Der gefällt mir einfach. Obwohl Julia auch schön ist, aber Lilli würde mir noch besser gefallen.

V: Ja.

Da bin ich ja nochmal glimpflich davongekommen!

Viele denken bei „Julia“ als erstes an „Romeo & Julia“. Früher haben mich Leute häufig gefragt: „Wo ist denn dein Romeo?“ Weißt du überhaupt, wovon „Romeo & Julia“ handelt?

M: Um die Liebe.

V: Da denkt man automatisch dran. Es geht um den Balkon. (lacht sich kaputt) Der Romeo ist vorm Balkon und die Julia ist auf dem Balkon. Ja, war ein rechter Jammer damals, mit diesen Zweien!

Nie wurde „Romeo & Julia“ prägnanter zusammengefasst: „ein rechter Jammer!“


Danke für den schönen Namen, liebe Eltern. Und für alles Andere. Ihr seid die Besten!

2 Kommentare zu „Ein Interview mit meinen Eltern zu meinem Vornamen

  1. Herrlich! Wir haben seinerzeit im Schultheater Romeo und Julia (im Nahen Osten spielend) aufgeführt. Es folgte auf „Frühlingserwachen“ mit Teenieschwangerschaft und Suizid, auf „Extremities“ mit versuchter Vergewaltigung und auf „Laramie Project“ mit dem Mord an einem homosexuellen Teenager. Kaum war das neue Stück angekündigt, ging ein erleichtertes Seufzen durch die Schule. „Endlich nichts dramatisches, endlich nichts mit furchtbaren Themen“. Nun. Es gibt immerhin 16 Tote. 😉

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