Antrag auf Einführung eines Standard-„Meiers“

Ich habe eine Idee. Eine Idee, die mein Leben und das vieler anderen Leute lebenswerter machen würde. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, sie hat das Potenzial, unser sprachliches Leben zu revolutionieren.

Ich bin für die Einführung eines Standard-„Meiers“. Ich fordere, dass eine der acht verschiedenen Schreibweisen dieses Nachnamens als Norm festgelegt wird.

Mit ei“ als Standard

Meier ist Teil meines Nachnamens. Ein Name, den ich ohnehin immerzu buchstabieren muss, Meier hin oder her. Also rattere ich jedes Mal, wenn ich jemandem meinen Namen zur Niederschreibung mitteilen muss, die Buchstaben folge herunter: M–E–I–E–R.

Die Person, die nach der Schreibweise gefragt hat, kommt da aber nicht mit und es kommt unweigerlich zu Nachfragen.

Viel einfacher wäre es doch, wenn ich auf die häufigste Frage meines Lebens („Meier mit ei“?) einfach „Standard-Meier!“ antworten oder dieser Frage gar zuvor kommen könnte. Wichtige Lebenszeit würde eingespart.

Wieso sollte aber „Meier“ der Standard-„Meier“ sein?

  1. Die Geschichte: Der Name – in sämtlichen Variationen – leitet sich vom mittelalterlichen Beruf des Grundverwalters für einen adligen oder geistlichen Grundherren ab. Alle anderen Schreibweisen sind wiederum von ihm abgeleitet.
  2. Die Statistik: Meier mit ei ist der häufigste Meier in Deutschland.
  3. Die Julia: Es ist schließlich „mein“ Meier. Leute, die neue Sterne entdecken oder Rosenarten züchten, dürfen diesen ja auch einen Namen geben.

Kennnamen statt buchstabieren

Das heißt aber nicht, dass die anderen Meiers weiter leidend buchstabieren müssen. Auch hier habe ich eine Lösung: Jede Meier-Schreibweise bekommt ihren eigenen Kennnamen.

Statt mühselig zu buchstabieren, gibt man einfach den Kennnamen an und die Sache ist erledigt.

Ganz konkret stelle ich mir das so vor:

Ein Praxis-Beispiel

Wie sieht das nun in der Praxis aus? Stellen wir uns einen AfD-Bundestagsabgeordneten vor, der sich wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung vor Gerich behaupten muss. Bei der Aufnahme seiner Personalien durch den/die RichterIn muss er seinen Namen nun nicht mehr mühselig buchstabieren (für AfD-MitgliederInnen ist das schließlich eh oft eine Herausforderung).

Stattdessen sagt er: „Mein Name ist Sebastian Münzenmaier, Sepp-Meier.“ So einfach ist das.


Schritt 1 ist nun die Umsetzung. Ab jetzt bitte „Standard-Meier“ oder die entsprechenden Kennnamen verwenden. In Schritt 2 können wir uns den Schmidts/Schmitts/Schmids zuwenden.

Aber als Allererstes wählen wir alle Nazis ab.

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